„Almanya – Willkommen in Deutschland“

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“Almanya. Willkommen in Deutschland” (http://www.almanya-film.de/). So heißt der Film von Yasemin Samdereli, der Vergangenheit und Gegenwart einer türkisch-deutschen Großfamilie zu einem Kreis zusammenfasst:

DVD Cover: "Almanya. Willkommen in Deutschland"

Hüseyn Yilmaz reist Ende der 1960er Jahre nach Deutschland, um Geld zu verdienen. Er kommt als 1.000.001 Gastarbeiter an und muss sich in dem fremden Land durchbeißen. Einige Jahre später holt er dann seine Frau Fatma und die drei Kinder nach. Die staunen über eine Riesenratte an der Leine (Dackel) und auch so manches mehr in „Almanya“.

Die Jahre sind ins Land gegangen. Cenk, der kleine Enkel von Hüseyn Yilmaz, sieht sich auf dem Fußballplatz mit der Frage konfrontiert: „Bin ich Deutscher oder Türke?“. Hüseyns Frau freut sich über die neu erhaltene deutsche Staatsbürgerschaft. Und Hüseyn? Der überrascht die Familie mit der Nachricht, er habe ein Haus „in der Heimat“ gekauft. Eine Reise zurück in die Türkei und zu den Wurzeln der Familie beginnt.

Im Jahr 1961 haben die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Abkommen zur Anwerbung von türkischen Arbeitskräften geschlossen. Die Initiative ging von der Türkei aus: Die Geldrücküberweisungen der Gastarbeiter in ihr Heimatland sollten das Handelsbilanzdefizit der Türkei im Handel mit Deutschland kompensieren. Dem 1955 zwischen Deutschland und Italien geschlossenen Anwerbeabkommen lag übrigens die gleiche Motivation zugrunde.

Die Gastarbeiter, ihre Kinder und Enkel haben Deutschland tiefgreifend verändert. In diesem Jahr, 50 Jahre nach dem Abschluss des Anwerbeabkommens mit der Türkei, wurde in Deutschland in vielen Ausstellungen und Veranstaltungen an das Anwerbeabkommen erinnert.

Eine interessante Publikation wurde vom „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ (http://www.bmbf.de/) gefördert: “In bester Gesellschaft – 100 türkische Erfolgsgeschichten aus Wirtschaft und Wissenschaft”. Das Buch stellt rund 100 beispielhafte türkischstämmige Unternehmer und Wissenschaftler vor, die erfolgreich in Deutschland tätig sind. Darunter so verschiedene Unternehmerpersönlichkeiten wie Zekeriya Bayrak, dem Geschäftsführer und Begründer von „Camelion Batterien“. Nevzat Ayhan, dessen Unternehmen „Kivioq Natures Child“ Holzspielzeug vertreibt. Oder Recep Keskin, dem Geshäftsführer und Inhalber des „Betonfertigteilwerk Mark“.

Cover: "In bester Gesellschaft"

Bei Thema „Integration“ läuft in Deutschland längst nicht alles glatt. Aber es tut doch auch einfach einmal gut, deutsch-türkische Erfolgsgeschichten anzusehen. „In bester Gesellschaft“ und „Almanya“ bieten dazu Gelegenheit.

Info: In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (31.12.2010) 1.629.480 Türken. Diese stellen die mit Abstand größte Migrationsgruppe in Deutschland dar. Italiener sind mit 517.546 die zweitgrößte Gruppe der Ausländer in Deutschland.

Autorin: Katja Christina Plate

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