Bundestag international

0

Enisa ist 23 Jahre, kommt aus Albanien uns studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität Tirana. Für insgesamt sechs Monate lebt und arbeitet sie in Berlin – im Deutschen Bundestag. Sie  ist Stipendiatin des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS). In einem Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen und wie das Programm ihrer Zukunftspläne geändert hat!

Wie hast du über das Projekt erfahren?

Das war ganz zufällig durch einen Aufenthalt in Deutschland. Eine Projektleiterin war ehemalige IPS-Stipendiatin. Sie hat mir von dem Programm erzählt und sagte mir wie toll das war. Daraufhin hab ich mir weitere Erfahrungsberichte angeschaut,  die dies bestätigt haben und mich schließlich dazu bewogen haben mich zu bewerben.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen für eine Bewerbung, die erfüllt sein  müssen?

Für die Bewerbung wird der erfolgreiche Abschluss eines Bachelors benötigt. Die Fachrichtung spielt keine Rolle. Eigentlich hatte ich mir allerdings mit meinem Wirtschaftsinformatik-Studium nicht all zu viele Hoffnungen gemacht, weil ich dachte dass Studenten eines politikwissenschaftlichen Studiums bevorzugt werden.

Wie ging es weiter?

Nachdem ich die erste Auswahl mit meiner Bewerbung geschafft hatte, wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch in Albanien eingeladen.  Da ich mich bisher kaum mit der deutschen Politik auskannte, musste ich mich erst einmal intensiv vorbereiten. Das Gespräch fand dann mit zwei Bundestagsabgeordneten in der Deutschen Botschaft in Albanien  statt. Gefragt wurde  ich zu meinen Einschätzungen zur Politik in Deutschland aber auch in Albanien und Europa.

Wie lange musstest du auf das Auswahlergebnis warten?

Nicht lange. Noch am selben Tag erhielt ich die Zusage!

Mittlerweile bist du bereits seit vier Monaten im Bundestag. Was hat dich bisher am meisten  beeindruckt?

Hier im Bundestag erlebt man Politik hautnah durch das Plenum, Arbeitsgruppen, Fraktionssitzungen….aber mein schönstes Erlebnis war die Erfahrung  im Wahlkreis. Dort kommt man mit den Menschen direkt in Kontakt, spricht mit Betroffenen. Das hat mir besonders gut gefallen.

Hast du vor später einmal vor in deinem Heimatland in die Politik zu gehen?

Ehrlich gesagt war die Politik nie mein Ziel. Durch meine Erfahrung hier hat sich meine Einstellung aber geändert. Mir ist viel bewusster geworden was man mit Politik bewegen kann. Vor allem wenn ich an mein  Heimatland denke.  Für Albanien bin ich noch etwas jung um in die Politik zu gehen. Daher möchte ich erst einmal in meinem Beruf Erfahrungen sammeln. Danach würde ich sehr gerne politisch aktiv werden.

Mit dem Programm IPS – dessen Schirmherr Bundestagspräsident Norbert Lammert ist – verfolgt die Bundesregierung das Ziel die Beziehungen zwischen Deutschland und den Teilnehmerländern zu fördern, demokratische  Werte wie Toleranz und Freiheit zu festigen und das Verständnis für kulturelle Vielfalt zu fördern. Pro Semester kommen 120 junge Menschen aus aller Welt. Die meisten gehen als „deutsche Botschafter“ wieder in ihr Heimatland  zurück. Manch einer bleibt auch – z.B. Martin aus Bulgarien. Er ist ehemaliger Stipendiat und heute Referent im Abgeordnetenbüro von  Marian Wendt MdB.

Weitere internationale Austauschprogramme des Bundestags sind:

-          Parlamentarisches Patenschaftsprogramm für die USA (PPP)

-          Arabisches Stipendienprogramm (IPS)

Der Beitrag wurde von Patricia Liberatore, Projektkoordinatorin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung Italien während einer zwei-wöchigen Hospitanz im Deutschen Bundestag verfasst. 

Teilen.

Eine Antwort hinterlassen