Deutsch-italienische Geschichte in der Via Tasso in Rom

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Vor 70 Jahren begann der italienische Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Aus diesem Anlass zeigt die „Casa della memoria e della storia“ im Rom ab Donnerstag, dem 19. September drei Tage lang im Rahmen der Initiative „Cinema, Storia e … Resistenza“ Dokumentar- und  Spielfilme sowie eine Fotoausstellung über die deutsche Besetzung Italiens, den italienischen Widerstand und den Abzug der deutschen Wehrmacht.

Der Palazzo Tasso heute (Quelle: Flickr frafra2009)

Von der Deutschen Botschaft zum Ort nationalsozialistischen Terrors, vom Obdachlosenheim zum Museum – der Palazzo in der Via Tasso 145 hatte im Laufe seiner wechselhaften Geschichte verschiedenste Funktionen inne. Der Dokumentarfilm „Via Tasso“ von Luigi Di Gianni (1960) zeigt die Geschichte des Palazzos von seinem Bau bis zum Jahr 1945 und dokumentiert so ein dunkles Kapitel der deutsch-italienischen Geschichte.

Erbaut wurde der Palazzo in der Via Tasso 145 Anfang der 30er Jahre von Prinz Francesco Ruspoli. Dieser vermietete das Gebäude dann im Jahr 1941 an die Deutsche Botschaft. Mit der Besetzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1943 wurde der Palazzo zum Ort nationalsozialistischen Terrors.  Dort residierte der Kommandant der Sicherheitspolizei (SiPo) und des Sicherheitsdienstes (SD), SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler. Kappler koordinierte von der Via Tasso aus die Aktionen gegen den italienischen Widerstand. Der angrenzende Seitenflügel des Palazzos wurde zum SS-Gefängnis. In den dort untergebrachten Zellen wurden politische Gegner und Juden eingesperrt und gefoltert – bis zur Befreiung Italiens am 11. September 1945. In der Nachkriegszeit beherbergte der Palazzo heimat- und obachlose Familien und kurzzeitig auch den „Bund der Widerstandskämpfer Italiens“. Heute hat das „Historische Museum der Befreiung“ seinen Platz in der Via Tasso 145 gefunden und erinnert an die Befreiung Italiens von der nationalsozialistischen Besatzung.

Für weitere Infos zur Veranstaltung und zur „Casa della memoria e della storia“ klicken die hier.

Der Beitrag wurde von Antonia Ruck, Praktikantin des Auslandsbüros Italien der Konrad-Adenauer-Stiftung verfasst.

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