Deutsch-Italienisches Studentenforum in der Villa Vigoni

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In der Villa Vigoni,  dem Deutsch-Italienischen Zentrum für europäische Exzellenz, fand zum dritten Mal das „Forum“ statt, während dem sich  italienische und deutsche Studierende über Themen rund um Europa austauschen. In diesem Jahr ging es um die Rolle der Universitäten in Europa und die internationale Mobilität.  Unsere OGI-Redakteurin Irene Fornari, hat an der Tagung vom 14. bis 17. September teilgenommen.

Die Villa Vigoni ist die ideale Begegnungsstätte für das deutsch-italienische Studentenforum, zu der Prof. Immacolata Amodeo, Generalsekretärin der Villa Vigoni, Dr. Julian Stefenelli und Prof. Michele Vangi eingeladen hatten. Ziel der Initiative ist es, deutschen und italienischen Studierenden die Möglichkeit zu geben, offen über Themen von europäischer Relevanz zu diskutieren.

Auch wenn wir als Bürger der Zukunft immer mehr in Richtung einer gesamteuropäischen und internationalen Dimension geführt werden – der direkte Dialog zwischen den Nationen bleibt doch Schwerpunkt jedes weiteren Schrittes in die Zukunft. Der deutsch-italienische Dialog ist hier keine Ausnahme.

Die Studierenden waren die Protagonisten bei den Diskussionen in den Konferenzräumen: Auf Grundlage der Diskussionsbeiträge der eingeladenen Rektoren und Professoren[1] hat sich unter uns eine sehr offene Diskussion  über Themen wie die „typische“ europäische Universität, den Bologna Prozess seit 1999 und seine Veränderungen auf die verschiedenen europäischen Hochschulsysteme entwickelt. Weitere Themen waren Auslandserfahrungen im Rahmen von Erasmus und anderen internationalen Mobilitätsprogrammen[2].  Hier konnten wir unsere eigenen, persönlichen Erfahrungen einbringen und von unseren Kenntnissen und Fähigkeiten profitieren, die sehr unterschiedlicher Natur waren: Wir kamen nicht nur aus verschiedenen Studienrichtungen, sondern auch aus heterogenen Kulturkreisen und Sprachräumen.

Das Ziel dieser großartigen Initiative ist es, einen Raum des gemeinsamen Austausches zu schaffen. Eine Bühne, die in der Lage ist, die Bildung und Ausbildung auf gleicher Augenhöhe zu fördern – außerhalb der klassischen akademischen Institutionen; der offene Gebrauch beider Sprachen, der deutschen und der italienischen, war ein fundamentaler Bestandteil des Treffens und des Austausches. In Zeiten der Individualisierung und zunehmender Einsamkeit (sicher auch hervorgerufen durch neue Technologien und neue digitale Kontaktmöglichkeiten) ist es wichtig, die Möglichkeit zu haben, sich direkt kennenzulernen, um persönliche Eindrücke und Anliegen auszutauschen. Ich hoffe sehr, dass der Dialog weitergeführt wird und die Brücke zwischen unseren beiden Ländern gefestigt wird – insbesondere durch solche Initiativen, die einen kleinen Beitrag leisten.

In der Villa Vigoni am Comer See verbinden sich seit zwei Jahrhunderte die Geschichte der deutsch-italienischen Beziehungen mit Kontinuität. Die Villa liegt an einem Ort, der einem Paradies auf Erden gleicht. Das Anwesen wurde im Jahr 1829 von Enrico Mylius erworben, einem Unternehmer aus Frankfurt, der sich in Mailand niederließ. Über den Mäzen und Kunstliebhaber (er war ein Freund von Cattaneo, Manzoni und Goethe), wurde die schöne Villa in Menaggio, ein Dorf am westlichen Arm des Sees gelegen, von Generation zu Generation an Ignazio Vigoni innerhalb der Familie weiter vererbt. Jener Ignazio Vigoni vermachte die Villa, ganz im Sinne seiner Vorfahren, im Jahr 1983 der deutsche Bundesregierung, mit der Bitte, aus ihr ein Zentrum der Begegnung für die deutsch-italienischen Beziehungen mit “europäischer und Internationaler Ausrichtung” zu schaffen.

Ein Beitrag von Irene Fornari, Redakteurin im Observatorium der deutsch-italienischen Beziehungen (OGI). Übersetzt von Manuel Hermann.  

[1] Frau Prof. Dr. Eva Heidbreder von der Universität Düsseldorf, Herr Prof. Dr. Thomas Rommel, Leiter des Bard College in Berlino, Herr Prof. Walter A. Lorenz, Leiter der Universität Bolzano, Herr Prof. Markus Pyka von der Franklin Universität Lugano und Herr Dr. Gianluca Vago, Leiter der Universität Mailand. Weiterhin zwei Vertreter der ESN-Organisation (Erasmus Student Network) aus Deutschland und Italien, Markus Dietze und Gian Lorenzo Montina.

[2] Das Ergebnispapier mit den Debattenbeiträgen wird auf der Internetseite der Villa Vigoni unter http://www.villavigoni.it/ veröffentlicht.

 

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