„Giorno della Memoria“ – Kollektives Erinnern

0

Im Rahmen des „Giorno della memoria – Tag der Erinnerung“ am 27. Januar 2014 hat das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der römischen Universität LUMSA und der Associazione Tincani dem Holocaust gedacht. Die Veranstaltung „Deutschland und Italien. Aufbruch aus Diktatur und Krieg“bildete den Abschluss einer Workshopreihe mit italienischen Schülern und Studierenden der Universität LUMSA zum Thema „1943. Krieg zwischen Deutschland und Italien“.

27. Januar 2014 – Tag des Gedenkens an den Holocaust. Ein Tag des Innehaltens in Erinnerung an alle Opfer eines der schrecklichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, einer für nachfolgende Generationen unvorstellbaren Hölle. Umso beeindruckender ist deshalb das Engagement, die Leidenschaft und das große Interesse, mit dem sich rund 25 Studierende der römischen Universität LUMSA Rom und einige Schüler verschiedener römischer Schulen an das Projekt „Deutschland und Italien. Aufbruch aus Diktatur und Krieg“ gewagt haben. Eine Generation, die die Grausamkeiten des nationalsozialistischen Regimes nur aus dem Schulunterricht oder den Erzählungen ihrer Groß- und Urgroßeltern kennt. Monatelang haben sie es sich zu ihrer gemeinsamen Aufgabe gemacht, einen Beitrag zu einer friedlichen Zukunft in Europa zu leisten. Eine Zukunft, die von partnerschaftlichen Beziehungen und dem Dialog zwischen den Nationalstaaten geprägt sein soll. Ihre Suche nach der gemeinsamen Vergangenheit haben sie in dem Film „Attraverso la memoria“ dokumentiert. Inspiration fand dieses einzigartige „Project Work“, iniziiert vom Auslandsbüro Italien der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Universität LUMSA und der Associazione Tincani, in dem von Klaudia Ruschkowski und Wolfgang Storch herausgegebenen gleichnamigen Buch. Die Autoren waren beeindruckt und dankten den Studenten, dass sie dieses Buch als Ausgangspunkt für ihre Arbeit gewählt haben.

Eine solche Zukunft ist aber vor allem in Anbetracht der Vergangenheit der deutsch-italienischen Beziehungen alles andere als selbstverständlich. Der von den Studenten gezeigte Film ist daher nicht nur eine Dokumentation historischer Fakten und persönlicher Erlebnisse von Zeitzeugen, sondern auch ein Aufruf an alle Teilnehmer der Veranstaltung am 27. Januar, ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass sich die Grausamkeiten des Holocaust nie mehr – „MAI PIÙ“ – wiederholen können. Diskutiert wurde das Thema der Veranstaltung außerdem von verschiedenen Experten aus den Geschichtswissenschaften und der deutsch-italienischen Beziehungen. Besonders emotional war das Gespräch mit Maria Romana De Gasperi, Ehrenvorsitzende der Alcide De Gasperi-Stiftung. Als Tochter De Gasperis repräsentiert sie das gemeinsame Ideal eines friedlichen und vereinten Europas, das von Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi zusammen auf den Weg gebracht wurde.

Den festlichen und höchst emotionalen Abschluss des Tages bildete ein Konzert am Abend im Palazzo Cesi. Sarah Rulli (Flöte) und Mauro Giuliante (Klavier) präsentierten die Uraufführung des von Eitan Steinberg (Universität Haifa) eigens für diesen Tag komponierten Stückes „Shalom“ sowie eine Auswahl weiterer bekannter Stücke. Das musikalische Programm wurde durch die Lesung literarischer Texte ergänzt, die von Zeitzeugen des Holocaust während oder kurz nach ihrer Gefangenschaft verfasst wurden. Sichtlich ergriffen und gefesselt von den eigenen Emotionen und Gedanken, den Texten und der Musik war das Motto den Gästen näher als je zuvor an diesem Tag: „MAI PIÙ“!

 Der italienische Staatspräsident, Giorgio Napolitano, hat das Projekt mit einer Medaille der italienischen Republik geehrt. Weitere Infos findet Ihr unter: www.kas.de/italien

Teilen.

Die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet.