Innovative Städte: Mailands grüne Seite

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Für „nachhaltiges, intelligentes und integratives Wachstum“ (EU-Wachstumsstrategie) ist auch Wohnraum notwendig.  Eine Wohnung mit Waldanschluss direkt in der Stadt – das zumindest soll es bald in Mailand geben. Bis zur EXPO im Jahr 2015 soll dort ein bewohnbarer “vertikaler Wald” entstehen!

Fortschrittliche Dachbegrünung in Vancouver 2011 (Quelle: Patricia Liberatore)

Nebel, Smog und Verkehr. Unvermeidbare Nebenwirkungen des Stadtlebens – insbesondere in großen Städten wie New York, London, Rom oder eben Mailand. Letztere gilt unter den italienischen Städten als besonders umweltbelastet.

In Abstimmung mit anderen Städten (darunter Madrid, Barcelona und Sao Paolo) hat Mailand nun grünes Licht für den Bau von grünen Hochhäusern (im engsten Sinne des Wortes) gegeben. Das Projekt der vertikalen Gärten sieht echte Gärten vor, die an den Wänden von Hochhäusern wachsen und dazu dienen, die Umweltbelastung zu senken und gleichzeitig die Lebensqualität in den internationalen Metropolen steigern. Die neuen Lungen der Stadt!

Das italienische Architektenbüro „Studio Boeri“ hat für die Stadt Mailand den sogenannten „Vertikalen Wald“ (auf Italienisch: „Bosco Verticale“) entworfen, der aus zwei Betontürmen, jeweils 110 Meter und 78 Meter hoch, besteht. Die Türme werden mit insgesamt mehr als 1000 Bäumen, Blumen und Sträuchern bepflanzt und sollen damit einen Teil des schädlichen Smogs und Feinstaubs auffangen. Damit nicht genug, werden sie außerdem wertwollen zusätzlichen Sauerstoff produzieren.

Ein weiteres Projekt ist der vertikale Bauernhof „Skyland“: Ein 30-stöckiges Gebäude, geplant von der ENEA (Nationale Agentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung). Auf dem Skyland sollen biologische Agrarprodukte für 25.000 Menschen angebaut und verkauft werden. Sprich: Die Produkte werden keinen Kilometer transportiert, wodurch wiederum die Emission von Treibhausgasen reduziert wird.

Die beiden Projekte „Bosco Verticale“ und „Skyland“ werden bis 2015 in den beiden Mailänder Vierteln Isola und Ex Macello errichtet. Beide sind Bestandteil eines ehrgeizigen Projekts, das schon seit 2007 in Gang ist. Damals hatte Mailand sich für die EXPO 2015 beworben. Ziel war es, eine Stadt zu schaffen, die lebendig, gesund, grün und menschenfreundlich ist. Pflanzen werden dabei als aktive Ressource betrachtet. Sie helfen, der Umweltbelastung durch Abgasemissionen einzudämmen. Ökologisch fortschrittliche Städte wie Madrid dienen als Vorbild: Dort bekleidete Patrick Blanc bereits das Museum für Zeitgenössische Kunst (Caixa Forum) mit einem Blumenteppich, bestehend aus 250 verschiedenen Blumen und Pflanzen.

Der Beitrag wurde von Roberta Della Valle verfasst.

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Für weitere Informationen:

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Skyland

Allgemeine Informationen zu vertikalen Gärten

Studio Boeri

ENEA

Artikel über “Architettura Ecosostenibile” (Nachhaltige Architektur) in Madrid

EXPO 2015

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