Rom nähert sich dem nicht motorisierten Zweirad

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Am 16. September 2013 hat die 12. Europäische Mobilitätswoche begonnen, an der sich auch die italienische Hauptstadt beteiligt. Die diesjährige Aktionswoche läuft unter dem Motto “Saubere Luft ? Du bist dran!?”. Damit fördern die Städte und Gemeinden europaweit die Nutzung nachhaltiger Fortbewegungsmittel. Von 100 Römern fahren 76 Auto. Zumindest haben sie ein Fahrzeug auf ihren Namen zugelassen, sagt die Statistik. In Los Angeles sind es 57 ? in Berlin nur etwa 32 Autofahrer unter 100 Einwohnern. Um als Fahrradfahrer in Rom zu überleben, muss man gute Nerven haben. Das soll sich nun ändern?

Quelle: Statigram (Srospettina)

Vom 16. bis 22. September finden in Rom im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche eine Reihe von Aktionen statt: Organisierte Fahrradtouren und Wanderstrecken, Workshops zu Car- und Bike-Sharing Initiativen und zahlreiche Informationsveranstaltungen. In Zusammenarbeit mit der niederländischen Botschaft und der Fondazione per lo sviluppo sostenibile (Stiftung für nachhaltige Entwicklung) soll ein neues, effektives und umweltfreundliches Verkehrssystem für Rom konzipiert werden. Mehr dazu im Bericht der Stiftung.

Bei einem ganztägigen Seminar zum Thema ?Nachhaltige urbane Mobilität? wurde gemeinsam mit dem niederländischen Botschafter Michiel de Hond ein wirksames Zeichen zur Wandlung Roms von der motorisierten Stadt hin zur grünen Fahrradstadt gesetzt.

Der neue Bürgermeister Roms, Ignazio Marino (seit 12. Juni 2013 im Amt), ist selbst leidenschaftlicher Radfahrer. Unter ihm werden einige Projekte zur nachhaltigeren Mobilität in der italienischen Hauptstadt geplant und umgesetzt. Bereits am 3. August wurde das Forum Romanum für den privaten Verkehr gesperrt. Seither dürfen auf dieser Straße nur noch öffentliche Verkehrsmittel passieren. In einer zuvor durchgeführten Umfrage stimmte die Mehrheit der Einwohner (53 %) für die Einführung einer verkehrsberuhigten Zone, nur 11% waren dagegen. Weitere autofreie Straßen sind geplant – sowohl im historischen Stadtkern rund um die Piazza del Popolo, als auch in den außerhalb gelegenen Bereichen. Außerdem sollen neue Fahrradwege markiert werden.

Im Rahmen der Aktionswoche verkündete Bürgermeister Marino bei der nächsten  ?Notte bianca? vom 16. zum 17. Mai 2014, wolle er den Privatverkehr im kompletten römischen Zentrum sperren lassen. Wir blicken gespannt auf weitere Projekte und werden euch informieren!

Der Beitrag wurde von Paola Biti, Praktikantin des Auslandsbüros Italien der Konrad-Adenauer-Stiftung verfasst.

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