“L’Italia sono anch’io” (dt. „Italien bin auch ich“) – Eine Initiative für das Recht auf Staatsbürgerschaft

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Immer Dienstags befassen wir uns mit der Frage, wie „nachhaltiges, intelligentes und integratives Wachstum“ (EU-Wachstumsstrategie) möglich ist. In Italien, dem ein starker Bevölkerungsschwund bevorsteht, wird auch das Staatsangehörigkeitsrecht unter dem Aspekt der nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung diskutiert.

„Auch die Kinder von Immigranten sollen die Staatsbürgerschaft erhalten“. Dazu rief der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano in den vergangenen Wochen immer wieder auf. Die italienische Staatsbürgerschaft sei ein „Grundrecht“ und müsse sich nun den Realitäten im Land anpassen. Italien solle sich durch eine Änderung des bisherigen Staatsbürgerschaftsrechts neuen Chancen öffnen; So könne die „alte und erstarrte Gesellschaft“ erneuert werden.

Gegenwärtig leben in Italien fast eine Million Kinder von Immigranten, die zwar im Land geboren wurden, aber keinen Anspruch auf die  italienische Staatsbürgerschaft haben. Die Initiative „Italien bin auch ich“ (ital., “L’Italia sono anch’io”), die den Leitlinien des Staatspräsidenten folgt, wurde von 19 Organisationen der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen und hat ein wichtiges Ziel: Den in Italien geborenen Kindern legaler Immigranten durch eine Gesetzesänderung das Recht auf die italienische Staatsbürgerschaft zuzugestehen.

Am 19. November hat die landesweite Initiative für das Recht auf Staatsbürgerschaft in der Stadt Urbino eine großangelegte Aktion zur Unterschriftensammlung gestartet. Eine Bürgerinitiative für das Wahlrecht und die Staatsbürgerschaft für Einwanderer  soll unterstützt werden. „Das Modell der Staatsbürgerschaft, das auf dem ius sanguinis aufbaut, ist überholt“, betonte der Präsident der Provinz Pesaro-Urbino, Matteo Ricci.

Die drei grundlegenden Punkte der Kampagne:

  1. Einführung des Jus soli, d.h. eines Anspruchs auf die italienische Staatsbürgerschaft für diejenigen, die in Italien geboren sind. Zudem soll auch denjenigen, die bereits vor ihrem 10. Lebensjahr nach Italien gekommen sind, der Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft mit der Volljährigkeit ermöglicht werden;
  2. Einführung des Wahlrechts für Nicht-Italiener, die bereits seit mehr als fünf Jahren in Italien leben, auf nationaer Ebene sowie in den lokalen Gebietskörperschaften (Kommunen, Provinzen, Regionen);
  3. Einführung der Staatsbürgerschaft als Grundrecht sowie zusätzliche Kompetenzen der Bürgermeister bezüglich der Verleihung der Staatsbürgerschaften;

Die Kampagne “L’Italia sono anch’io” ruft Institutionen, Verbände, Organisationen vorallem auf kommunaler und regionaler Ebene dazu auf, geförderte Initiativen und “best practice Modelle” im Rahmen des Staatsbürgerschaft einzusenden: info@litaliasonoanchio.it.

Die Staatsbürgerschaft kennzeichnet die Rechte und Pflichten einer Person, die sich aus deren Staatsangehörigkeit ergeben. Vom Wahlrecht bis zum Anspruch auf Sozialleistungen hängt vieles von der Staatsangehörigkeit ab. Deshalb ist das Staatsbürgerschaftssrecht in unserer von Migration geprägten europäischen Gesellschaften ein wichtiger Faktor bei der Integration von Immigranten. Wir werden hier weiter über die Kampagne „L’Italia sono anch’io“, aber auch andere Initativen, Kampagnen und Meinungen zu Thema „Immigration & Integration“ berichten.

[important]Weitere Informationen zum Thema[/important]

Hompage der Kampagne für die Rechte auf die italienische Staatsbürgerschaft:

http://www.litaliasonoanchio.it/

Kurzes Video mit Stimmen zur Kampagne:
http://www.youtube.com/watch?v=39FXk_5xcLE&feature=player_embedded

COMUNE DI REGGIO EMILIA – L’ITALIA SONO ANCH’IO

G2 – SECONDE GENERAZIONI

FORUM IMMIGRAZIONE PD

NETWORK DELLE CITTA INTERCULTURALI

MELTING POT

FORTRESS EUROPE

YALLA ITALIA

GIOVANI MUSULMANI

ASSOCINA

Autor: Patricia Liberatore

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