Flüchtlingspolitik auf lokaler Ebene am Beispiel Roms

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Zum siebten Mal trafen sich junge deutsche und italienische Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft unter der Federführung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Italien zum gemeinsamen Austausch - diesjähriges Thema Flüchtlingspolitik.  

Netzwerke schaffen, gegenseitiges Interesse fördern und dabei für deutsch-italienische Themen sensibilisieren – das ist das Ziel, das die Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Aufbau der „Deutsch-Italienischen Jungen Gruppe“ verfolgt. Thema in diesem Jahr – sowohl in Italien als auch bei dem nächsten Treffen in Deutschland – sind der Umgang und die Herausforderungen an die Flüchtlingspolitik auf lokaler Ebene.

Wie werden Boots-Flüchtlinge empfangen? Wie sind die Aufnahmezentren in Italien organisiert? Und wie viele Flüchtlinge erlangen eine Aufenthaltsberechtigung oder reisen weiter in ein nord-europäisches Mitgliedsland?

Verschiedene Experten, Vertreter der italienischen Politik, der deutschen Botschaft, aus der Wissenschaft und von NGOs erläuterten die Herausforderungen italienischer Behörden, die Koordination von nationaler und lokaler Ebene im Kontext der italienischen Einwanderungspolitik und den Beitrag, den die italienische Zivilgesellschaft und kirchliche Einrichtungen leisten.

Organisiert wurde in diesem Rahmen u.a. ein Besuch in einem Aufnahmezentren SPRAR (Schutzeinrichtung für Asylsuchende und Flüchtlinge) in einem Außenbezirk Roms. So konnten die Mitglieder der Jungen Gruppe mit Mitarbeitern und Bewohnern über die tägliche Arbeit vor Ort sprechen.

Die Herausforderung der Betreiber vor Ort betrifft zum einen den Umgang mit den seelischen Bedürfnissen und den Fluchterlebnissen der Bewohner. Auf der anderen Seite sind die Akteure auf lokaler Ebene der Schwierigkeit ausgesetzt – mit Blick auf die wirtschaftliche Situation in Italien – die Notwendigkeit und Finanzierung der Einrichtungen den italienischen Bürgern zu erklären.

Den Teilnehmern wurde am Ende des Seminars deutlich, dass Italien eine neue Dimension in der Flüchtlingspolitik erlebt: Das ehemalige Transitland wird selbst zu einem Aufnahmeland, ähnlich wie Deutschland.

Alte Freundschaften wurden gepflegt, neue Freundschaften wurden geschlossen und am Ende waren Teilnehmer und Organisatoren von der Notwendigkeit der Fortführung des deutsch-italienischen Austausches überzeugt: Der Europäische Geist lebt nur durch ständigen Austausch. Wir freuen uns auf das nächste Treffen der Jungen Gruppe zur Beleuchtung der deutschen Sicht- und Herangehensweise im Juni in Hamburg!

Der Beitrag wurde von Robert Fuchs, Praktikant des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung verfasst.  

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